Literaturkreis bespricht Ivo Andric's "Brücke über die Drina"

Liebe LESE-Literaturfreundinnen und -freunde,
 
 herzlich lade ich Sie ein zu unserem nächsten Treffen
 
am Mittwoch, den 20.10., um 18.00 Uhr ins
„Haus am Rhein“ ein.
 
Diesmal werden wir uns mit dem Buch von Ivo Andric „Die Brücke über die Drina“ befassen.
Ich freue mich auf die Gespräche an diesem Abend; es gibt sicher bereichernde Gesichtspunkte unterschiedlichster Art.
 
Für November und Dezember gibt es einige Vorschläge, sie werden dann bei unserem Treffen ausgewählt.
 
 
Christel Spindler
 
p.s.: Ich bitte um Rückmeldung.

Endlich: "LESE im Gespräch" findet nach langer Zwanspause wieder statt

Liebe Freundinnen und Freunde der LESE,

 

in der kommenden Woche trifft sich wieder der Arbeitskreis „LESE im Gespräch“ im Haus am Rhein, um sich über aktuelle politische Fragen auszutauschen.

 

Die Zusammenkunft findet aber nicht, wie sonst üblich, am Dienstag statt – die Räume des Restaurants sind an diesem Tag anderweitig belegt –, sondern am Donnerstag, dem 21. Oktober, 18:30 Uhr.

 

Ich nutze die Gelegenheit, nochmals darauf hinzuweisen, dass alle unsere Mitglieder, die Lust und Zeit haben, an den Diskussionen teilzunehmen, herzlich eingeladen sind, auch wenn sie den Gesprächskreis in der Vergangenheit noch nicht besucht haben sollten.

 

Dr.Emil Schwippert

Virtuoses Feuerwerk bein Jahreskonzert der Lese - Judith Stapf und Marco Sanna beeindrucken

(de) Traditionell lädt die Bonner Lese-und Erholungsgesellschaft von 1787 jährlich zu einem Neujahrskonzert. Wegen der Einschränkungen durch CORONA musste der Termin lange warten. Und so begrüßte der Vorsitzende der LESE, Dr.Emil Schwippert rund 40 Lesemitglieder im Haus der evangelischen Kirche in Bonn jetzt zu einem „Neujahrskonzert im Herbst.“

Foto:&arin Schwippert

Für das lange Warten allerdings wurden die Besucher wunderbar belohnt. Mit den vielfach ausgezeichneten herausragenden Künstlern Judith Stapf (Violine) und Marco Sanna (Klavier) begeisterte sie ein Duo, das seit vier Jahren zusammen auftritt, mit präzisem, virtuosem, lebendigem und lebhaftem Spiel. Man hatte im Verlauf der Matinee den Eindruck, Judith Stapf spiele sich, wie eine Besucherin spontan formulierte, „in den Himmel“.

Zur Aufführung kamen Ludwig van Beethovens Sonate für Violine und Klavier A-Dur,op.12Nr.2 sowie die Sonate für Violine und Klavier Es-Dur, op.18 von Richard Strauss. Neben diese Meisterwerke setzten sie mutig in einem unerhörten Kontext Werke unbekannter Komponistinnen: Beethovens Töchter - Slawische, französische, niederländische und amerikanische Frauen, die rund 100 Jahre nach Beethoven gegen die Widerstände der Zeit ihre Stimmen erhoben. Hier kamen die US-Amerikanerin Amy Beach (1867 -1944) und die Französin Pauline Viardot (1821 – 1910) mit ihren Stücken „Romance for Violin and Piano, op.28 und „Six Morceaux „zu Wort“.

 

Zu Beethovens Töchtern ein Auszug aus Judith Stapfs Homepage (https://www.judithstapf.de/start.html):

Im Zuge ihrer Recherchen zu Konzertprogrammen merkte Judith Stapf bald, wie eingeschränkt der klassische Konzertbetrieb doch immer wieder die gleichen Werke immer gleicher (in der Regel männlicher) Komponisten präsentiert. Sie wurde neugieriger auf die weibliche Lesart der Musikgeschichte, auf Frauen, die unter zum Teil widrigen Umständen ihren musikalischen Ausdruckswillen durchsetzen mussten. Sie entdeckte Werke von unglaublicher Qualität und eine Strahlkraft, die entsteht, wenn etwas, das lange durch gesellschaftliche Konventionen eingeschlossen ist, plötzlich und endlich freigesetzt wird.

 

Das Projekt "Beethovens Töchter" war entstanden! Es ist das Experiment im Beethovenjahr 2020 und gefördert von der Beethoven-Jubiläumsgesellschaft, Bonn, Rezitale zu präsentieren, in denen Beethovens großartige Violinsonaten Musik von unbekannten Komponistinnen quasi "Huckepack" nehmen. Nach den ersten sechs ausverkauften Konzerten, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden, entwickelt Judith Stapf diese Idee nun mit größerformatigen Besetzungen weiter. Anfang 2022 gibt es eine erste CD mit Werken der amerikanischen Komponistin Amy Beach, deren Romanze beim Konzert in der Bonner Lese zu hören war.

Großer Applaus dankte dem Duo, das seinerseits die Besucher zum Abschluss mit dem Werk Cortege für Violine und Klavier von Lili Boulanger (1893 - 1918)  noch ein Mal ein musikalisches Feuerwerk entzündete.

Unsere Interpreten

Die Geigerin Judith Stapf, geb.1997 in Rheinbach, beeindruckt schon früh durch ihr immenses musikalisches Vermögen und die Reife, mit der sie sich künstlerisch entfaltet. Ihre Ausstrahlung, die Vielschichtigkeit ihrer Interpretationen ziehen das Publikum unmittelbar in den Bann. Mit elf Jahren beginnt sie ihr Studium an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Später gehört sie zur ersten Generation Studierender an der neu gegründeten Barenboim-Said-Akademie in Berlin, wo sie neben einem studium generale in Philosophie, Literatur und Geschichte, künstlerisch von Daniel und Michael Barenboim betreut wird.

Aktuell studiert sie im Masterstudiengang an der UDK Berlin bei Mirijam Contzen. Meisterkurse bei Saschko Gawriloff, Nora Chastain, Pinchas Zukerman, Aaron Rosand und Boris Kuschnir ergänzen ihre Ausbildung.

Judith Stapf ist Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Violinwettbewerbe und wird 2014 vom WDR zur deutschen Vertreterin für das Finale des Eurovisionswettbewerbs "Young Musicians" in Köln nominiert. Das Land NRW verleiht ihr 2015 den "Nachwuchsförderpreis in der Sparte Musik" und im gleichen Jahr wird sie in die "Studienstiftung des Deutschen Volkes" aufgenommen.


Judith Stapf spielt regelmäßig Rezitale und Kammerkonzerte, u.a. im Rahmen des Beethovenfestes Bonn, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und des Rheingau Musik Festivals. Als Solistin überzeugt sie an der Seite renommierter Klangkörper, wie den Dortmunder Philharmonikern, dem Beethoven Orchester Bonn, den Duisburger Philharmonikern, dem WDR Sinfonieorchester und der Neuen Philharmonie Westfalen.

Judith Stapf spielt eine Cremoneser Violine des berühmten Geigenbauers Andrea Guarneri aus dem Jahre 1663.

 

Marco Sanna

geboren 1989 in Cagliari, erhält mit fünf Jahren Klavierunterricht. Ein Stipendium ermöglicht ihm ein Studienjahr bei Patrik Zygmanowski an der „Ecole Normale de Musique Alfred Cortot“ in Paris. Im Jahr 2010 beginnt er sein Studium bei Fabio Bidini an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. An der Hochschule fr Musik und Tanz Köln schließt er 2018 sein Masterstudium ab. Im gleichen Jahr beginnt er ein Kammermusik-Masterstudium bei Jonathan Aner an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt. Meisterkurse absolviert er bei mehreren namhaften Professoren, u.a. bei Jacques Rouvier, Aquiles Delle Vigne, Benedetto Lupo, Pinchas Zukerman, Andras Schiff. Er gewinnt mehrfach Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Als Solist und in Kammermusikensembles tritt er bei Festivals auf, z. B. „Rome International Piano Festival“, Podium Worpsweder Musikherbst, Beethovenfest Bonn und dem Verbier Musikfestival.

Lese sponsert wieder Käptn Book - Kirsten Boie liest vor Schülern in Wesseling

Bereits zum 12. Mal sponserte die Lese- und Erholungsgesellschaft in diesem Jahr das vom Bonner Kulturamt veranstaltete Rheinische Lesefest Käp‘tn Book.

 

Schon im September hatte Tamara Bach aus ihren Werken vor Schülerinnen und Schülern des Bonner Beethovengymnasiums vortragen. Die Lesung fand in der Aula der Schule. Jetzt kamen Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 c der Albert – Einstein – Realschule Wesseling in den Genuss einer Autorenlesung. Hier der Bericht der betreuenden Lehrerin Claudia Röttgen:

 

Für die Schülerinnen und Schüler war es die erste Autorenlesung. Eine Schriftstellerin, die nur für sie aus einem ihrer Bücher vorliest, das hatten sie noch nie erlebt.

Und so waren denn auch die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler der 10c der Albert-Einstein-Realschule nach der Lesung mit Kirsten Boie aus ihrem neusten Werk „Dunkelnacht“ sehr positiv: „Man konnte noch viel besser verstehen, was passiert, als sie selbst aus ihrem Buch vorgelesen hat“, meinte Niklas. „Es war toll, dass Kirsten Boie nicht nur vorgelesen hat, sondern uns auch viel dazu erklärt hat.“ Und: „Sie hat uns erzählt hat, wie sie dazu kam, das Buch zu schreiben. Das fand ich sehr interessant“, so weitere Meinungen von SchülerInnen.

 

Die konzentriert lauschende 10c erlebte eine sehr zugewandte Kirsten Boie, die im Anschluss an die Lesung trotz Corona einem gemeinsamen Gruppenfoto auf der Bühne zustimmte. Gerne stellten sich viele begeisterte SchülerInnen dazu.

Im Rahmen des Bonner Lesefestes Käpt´n Book durfte die 10c im kleinen Theater des Wesselinger Rheinforums zu Gast sein, wo die berühmte Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie für sie aus ihrem neusten Werk „Dunkelnacht“ las. In diesem Buch geht es um die bayerische Kleinstadt Penzberg, in der sich zehn Tage vor der Kapitulation zum Ende des zweiten Weltkrieges noch ein schreckliches Drama abspielte, im Rahmen dessen die nationalsozialistische Gruppe „Werwolf“ an die zwanzig Dorfbewohner erschoss oder erhängte, weil diese einen friedlichen Neuanfang nach dem Krieg vorbereiten wollten. Es handelt sich um wahre historische Gegebenheiten. Und auch wie die Täter nach dem Krieg ihrer gerechten Strafe entgingen, erklärte Kirsten Boie den Jugendlichen. Höchst aktuell, da in diesen Tagen zwei Naziverbrecher – ein 100-jähriger KZ Aufseher und eine 96-jährige KZ Sekretärin – für ihre Taten 76 Jahre nach Kriegsende endlich vor Gericht stehen.

 

Dass Geschichte nicht nur in Geschichtsbüchern stattfindet, sondern in jeder Stadt, so auch in Wesseling, rief das Mahnmal gegenüber dem Rheinforum allen Anwesenden in Erinnerung. Hier hatte bis zum 9. November 1938 die Wesselinger Synagoge gestanden. Ein Rundgang der 10c zu den Wesselinger Stolpersteinen ist jetzt in Planung.

 

Vielen Dank, liebe Frau Boie, für diese wunderbare und eindrucksvolle Lesung!

 

Ein weiterer Dank geht an Herrn Mackholt, der Frau Boie persönlich nach Wesseling begleitete, die Bonner Lese- und Erholungsgesellschaft, an Birgit Raabe von der Stadtbücherei, ohne die wir diesen wunderbaren Raum nicht bekommen hätten und an Frau Vogt vom Bonner Kulturamt, die uns gemeinsam diese Erlebnisse ermöglicht haben.

 

Claudia Röttgen

Der Lese - Geschichte auf der Spur - Die Oktoberwanderung

 Die Grundidee für diese Tour stammt von Ruth Rehm, der Frau des früheren
LESE-Vorsitzenden Dr. Georg Rehm. So gab es einige Anknüpfungspunkte zur Geschichte der LESE. Gewandert wurde unter anderem auf Wegen des „Grünen C“. Es gab Begegnungen mit August Macke, Hans Thuar und Konrad Adenauer, und auch vom Hochwasser war die Rede.


Zunächst starteten
kürzlich 20 Teilnehmer bei trockenem Wetter in Alfter, wanderten am Mirbach entlang nach Gielsdorf und weiter über Oedekoven nach Lessenich, zum Teil auf Wegen des „Grünen C“. Dieses Projekt ist im Rahmen der Regionale 2010 entstanden und hat zum Ziel, Naturräume langfristig zu sichern und zu verbinden, von der Ville bis zum Siebengebirge. Gekennzeichnet sind die Wege durch im Boden eingelassene Kilometerangaben und Hinweise auf die nächsten Ortschaften, durch Informationstafeln und spezielle Bänke.


In Lessenich wurde die St. Laurentiuskirche besucht, deren erste Erwähnung in einer Urkunde vom 31.3.1131 erfolgte, wonach Papst Inno
zenz II dem Cassiusstift in Bonn den Besitz einer Kirche in Lessenich nebst Kapellen bestätigte. Wichtig für die Gruppe war aber der Bezug zur LESE: Zu den sieben Gründungsmitgliedern der LESE im Jahre 1787 gehörte der Lessenicher Kanonikus Dreesen, seinerzeit Oberpfarrer der Laurentiuskirche. Weiter ging es am friedlich dahin plätschernden Hardtbach, der sich vor sechs Wochen in einen zerstörenden Strom verwandelt hatte – ein Wandermitglied berichtete von eigenen leidvollen Erfahrungen.

 

Nächster Besichtigungspunkt : Haus Gielsdorferstraße/Ecke Meßdorferstraße mit Herz- Jesu Kapelle. Hier betrieb der Großvater von Konrad Adenauer – Franz – eine Bäckerei. Konrad verbrachte als Kind dort häufig seine Ferien und durfte, wie es heißt, ab und zu auch die Glocken von St Laurentius läuten. Zuletzt kam Adenauer 1965 zu einer Wahlkampfveranstaltung nach Meßdorf – zwei Jahre vor seinem Tode.


Beim Rückweg nach Alfter wurde am Rande des Meßdorfer Feldes noch die Stelle berührt, wo August Macke das Bild „Gemüsefelder in Messdorf“ mit den Kornstiegen und dem Vorgebirge im Hintergrund - und sein Freund Hans Thuar das Bild der Gemüsefelder mit Gut Ostler im Hintergrund gemalt hatte.

 

Nächster Zielpunkt: Gut Ostler, auch unter dem Namen Burghof bekannt. Bezug zur LESE: Sechs Jahre nach Gründung der LESE, also im Jahre 1793, wird unter den Mitgliedern der Forstmeister Ostler I genannt; sein Bild hing in den alten LESE-Räumen. Die Familie kam mit den Wittelsbachern aus Bayern. In mehreren Generationen waren die Ostlers LESE-Mitglieder, Ostler II z. B. 1826. Und nach einer Chronik von Lessenich kaufte 1827 Peter Josef Ostler aus Kirchenbesitz den Burghof, später Gut Ostler. Das Gut wurde Treffpunkt liberaler Kräfte wie Gottfried Kinkel und Carl Schurz.

 

Beim aktuellen Besuch der Wandergruppe berichtete der gegenwärtige Pächter des Gutes Ostler, ein promovierter Agrarwissenschaftler, der das Gut seit 1995 unter ökologisch-dynamischen Aspekten führte, aber jetzt seine Tätigkeit beendet, hochinteressant und spannend über seine Freuden, aber auch Leiden in dieser Zeit.

Beim harmonischen Ausklang im Restaurant „Spargel Weber“ stellten die Wanderer fest, dass auch jenseits der weißen Stangen viel Wohlschmeckendes serviert wird.

Text: Ewald Stöwe; Fotos: Raymund Preuß