Ein würdiger Abschluss - Beethoven - Haus beendet "Hope for Peace" mit Bachs "Goldbergvariationen"

(de) Das Publikum im fast ausverkauften Kammermusiksaal des Beethovenhauses, unter ihm auch viel LESE - Mitglieder, klatschte dem Pianisten begeistert Beifall. Alexey Botvinov hatte gerade zum 320. Mal öffentlich die Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach gespielt. Der Anlass für diese Aufführung war angemessen: Er setzte den Schlusspunkt zu den "Odessa Classics", einem ukrainischen Festival, dem das Beethoven - Haus die Gelegenheit geboten hatte, als  Reihe "Hope for Peace" seine Konzerte in Bonn außerhalb der Ukraine aufzuführen. Die stolze Summe von 125.000 Euro war so aus dem Erlös von Eintrittskarten und Spenden anlässlich mehrerer Konzerte zusammengekommen, wie Malte Boecker, der Direktor des Beethoven - Hauses bei der Begrüßung den Gästen berichtete.

Botvinov, Festivalleiter der "Odessa Classics", hatte zu den Konzerten  als Ausführende überwiegend Geflüchtete aus dem vom Krieg getroffenen Land eingeladen, die das Bonner Publikum mit Klängen aus ihrer Heimat erfreuten. Zum Abschluss aber ließ er es sich nicht nehmen, das Publikum selbst zu erfreuen und ihm sowie dem Beethoven - Haus zu danken.

Die Goldberg-Variationen stellen einen Höhepunkt barocker Variationskunst dar. Das Meisterwerk, bestehend aus einer Aria und 30 Variationen zeichnet sich durch einen planvollen Gesamtaufbau mit regelmäßig eingefügten, in den Oberstimmen streng kanonischen Sätzen aus. Den inneren Zusammenhang der Variationen untereinander liefert das gemeinsame Bassthema.

Die über einstündige Aufführung fordert den Künstler in hohem Maße. Der Kritiker des General - Anzeigers urteilte:

"Botvinovs pianistische Interpretation dieses Wunderwerks zeigte in den virtuosen Variationen mit rasantem Skalenspiel, Überschlagen der Hände pure Spielfreude, in den Kanons intellektuelle Überlegenheit und in den langsamen Variationen wie der Nr. 13 und der Nr. 25 emotionale Tiefe."

Foto: Engel