Für jeden Besucher etwas -Synergia Piano Trio erfreut mit präzisem Spiel - Das Neujahrskonzert der LESE

Für jeden Besucher etwas -Synergia Piano Trio erfreut mit präzisem Spiel - Das Neujahrskonzert der LESE

Eigentlich hätten sie bereits beim Neujahrskonzert 2022 mit ihrem Spiel erfreuen sollen, die Musiker des Synergia Piano Trios. Damals jedoch schlug Corona zu: Zwei von ihnen erkrankten kurz vor dem geplanten Termin, so dass unser „Generalmusikdirektor“ Otto Zickenheiner ziemlich ins Schwitzen geriet. Gleichwohl hatte er noch über Nacht Ersatz gefunden, so dass das traditionelle Konzert die Mitglieder in gewohnter Qualität erfreute.

 

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So konnte der Vorsitzende der LESE, Emil Schwippert das Trio stattdessen in diesem Jahr im großen Saal des Hauses der evangelischen Kirche begrüßen. Über 50 Gäste waren gekommen, um das Spiel des international besetzten Trios zu genießen, das einen großen Bogen von Schumann über Beethoven und Haydn bis zu Rebecca Clarke schlug.

 

Andria Chang, Amerikanerin taiwanesischer Herkunft (Geige), Camilo Chaparro aus Bogota (Violoncello) und die Ukrainerin Maria Shykyrinska (Klavier) gründeten das Synergia Piano Trio im Jahr 2019 in Köln, wo sie auf ihrem künstlerischen Weg von den Professoren der Kölner Musikhochschule begleitet wurden. Erste künstlerische Erfahrungen machte das Trio bei den Kammermusikwochen in Montepulciano, der Sommerakademie für Kammermusik in Frenswegen und bei Aufnahmen des WDR.

 

An diesem Vormittag beeindruckten die Künstler mit einem vielseitigen und spannenden Programm. Denn das Trio bestätigte mit präziser Aufführung die umfangreichen positiven Konzertkritiken in vollem Umfang. Von „heiter beschwinglich“ bis „ernst und getragen“ war für jeden Besucher etwas dabei.

Bereits das erste Stück – Phantasiestücke op.88 von Robert Schumann - zeigte die Reife und Souveränität der brillant musizierenden Geigerin, des sich mit Einfühlsamkeit und Tonschönheit einbringenden Cellisten und der ohne Überheblichkeit dominierenden Pianistin mit ihrem federnd-luftigen Anschlag.

Eigentlich ist es Schumanns erstes Klaviertrio, das aber heute nicht mehr so bezeichnet wird. Es sind die vier Phantasiestücke, die er am Ende des Kammermusikjahres zwischen dem 6. und 28. Dezember 1842 entwarf und ausarbeitete. Bis 1850 konnte er sich nicht zu ihrer Veröffentlichung entschließen, so dass sie erst nach den beiden Trios op. 63 und 80 mit der Opuszahl 88 erschienen. Die Erklärung dafür liegt in der ungewöhnlichen Anlage des Werkes, das sich von einem klassischen Trio etwa in der Weise unterscheidet wie Antonin Dvoraks Dumky-Trio . Wie dieses, so besteht auch Schumanns op. 88 aus einem Potpourri von Sätzen in einfachen Liedformen und mit Tanzcharakteren, die den Anspruch eines Sonatenzyklus nicht erfüllen. Dennoch lassen die Tonartenfolge (a, F, d, a/A) und die Bezeichnung des letzten Stückes als Finale keinen Zweifel daran aufkommen, dass Schumann das Ganze als zyklisches Trio auffasste.

Ähnlich präzise war auch der Vortrag von Beethovens Klaviertrio B-Dur op.97 sowie Josef Haydns Klaviertrio Es-Moll und Rebecca Clarkes Trio für Violine, Violoncello und Klavier. Großer Beifall am Ende für die Künstler, die den Zuhörern einen „musikalisch wertvollen“ Vormittag beschert hatten. (de/ Foto:Schäfer)